19.06.2010
Europameisterschaft
Den Winter über hatte ich hart trainiert, gute Leistungen gezeigt und mich körperlich in die richtige Form gebracht. Im Frühjahr bei den Weltcups in Hyères und Palma konnte ich die gute Form jedoch noch nicht in gute Platzierungen umsetzen. Zu inkonstant waren meine Leistungen, noch. Das sollte sich bei der EM ändern!
Ich hatte mir viel vorgenommen und startete gut in den Wettkampf. Solide Platzierungen prägten meine Wettfahrten in der Vorrunde. Nur einmal gelang mir gar nichts, den 36. Platz konnte ich jedoch problemlos aus der Wertung streichen. Abgesehen von einem 16. Platz fuhr ich in den übrigen 6 Quali-Rennen immer in die top10 und belegte vor den Finalrennen einen guten 13. Platz mit extrem geringem Abstand zur Spitze.
Dann kam das Goldfleet. Auch nach jahrelanger Erfahrung bin ich immer wieder überrascht, wie hart in der Weltspitze gefightet wird. Selbst nach mehreren hundert Metern nach dem Start kann eine Bootslänge entscheidend sein. Nicht selten kommt das Fleet dicht gedrängt ins Ziel. Wer dort nicht das Messer zwischen den Zähnen hat, „geht unter“…
Mir glückte bei schwachen Bedingungen ein gutes erstes Goldfleet-Rennen (16. Platz). In der darauf folgenden Wettfahrt gelang mir dann der ganz große Wurf. Mit kalkulierbarem Risiko lag ich bereits nach der Startkreuz auf Platz vier und konnte mich bis zum Ziel auf Platz 1 nach vorne arbeiten. Ein ganz besonderer Augenblick!
Vor dem letzten Tag lag ich somit bereits auf Platz 9 dicht hinter zwei Kroaten. In der 11. Wettfahrt missglückte mir jedoch zunächst der Start. Nach einer furiosen Aufholjagd belegte ich trotzdem noch den 23. Platz und hatte damit ein gutes Gesamtergebnis sicher. Doch ich wollte mehr, wusste ich doch um die geringen Abstände in den top10 der Gesamtwertung. In der letzten Wettfahrt passte auf der Startkreuz alles, Platz 1 an der Luvmarke. Doch diesmal konnte ich die Führung nicht halten und kam als achter ins Ziel. Mir konnte es jedoch egal sein, denn die beiden Kroaten hatte ich in der Gesamtwertung dennoch überholt.
So belegte ich am Ende den 7. Platz und bin überaus zufrieden mit dem Ergebnis. Doppelten Grund zur Freude hatte unser Team, weil Philipp Buhl nach einer furiosen Regatta auf den 4. Platz kam.
Nächste Regatta ist die Kieler Woche und dann geht’s Ende Juli in die Heimat zur Travemünder Woche.
Bis dahin, Euer Simon Grotelüschen