06.08.2007
118. Travemünder Woche, Sieg beim Heimevent
Es ist doch immer wieder ein tolles Gefühl auf dem Heimatrevier, der Lübecker Bucht, beim Heimevent, der Travemünder Woche, teilnehmen zu können. Besonders in diesem Jahr war es schön, nach einer strapaziösen Saison noch einmal „zu Hause“ zu segeln.
Doch einfach sollte es nicht werden. Bereits in der ersten Wettfahrt war klar, dass es einen harten Zweikampf zwischen meinem Trainingskollegen Malte Kamrath und mir geben würde. Wir fighteten vom ersten Start an. Ich wollte unbedingt für meinen Heimatverein dem LYC die 118. Travemünder Woche gewinnen und er wollte, nachdem ich die Deutschen Juniorenmeisterschaften der letzten Jahre für mich entscheiden konnte, nun unbedingt zum ersten Mal den Titel gewinnen – die DJuM wurde parallel zur TW ausgetragen.
Nachdem ich in den ersten Wettfahrten mühsam einen kleinen Vorsprung auf die Konkurrenz herausarbeiten konnte, wurde ich in der 4. Wettfahrt wegen unerlaubten Wenden disqualifiziert.
Für den letzten Segeltag und einer ausstehenden Wettfahrt bedeutete dies Spannung pur. Malte und ich lagen in der bereinigten Wertung punktgleich an führender Position. Allerdings hatte ich die Disqualifikation im 4. Rennen und somit bereits einen „Streicher“ – die schlechteste Wettfahrt wird aus der Wertung gestrichen – eingefahren.
Bereits 4min. vor dem Start der letzten Wettfahrt versuchte er hartnäckig eine Bootsberührung zwischen unseren Booten zu erzwingen. Nach einer Verfolgungsjagd die Startlinie entlang, gelang es ihm schließlich kurz vor dem Start. Bootsberührung. Zwar hatte er Vorfahrt, gab mir jedoch viel zu wenig Zeit und Raum (Regelwerk der Wettfahrtregeln), mich von seinem Boot freizuhalten. Nach einem sportlich fairen Kampf in der letzten Wettfahrt, die ich für mich entscheiden konnte, hatte ich die Travemünder Woche gewonnen. Dachte ich zumindest…
Malte Kamrath, Trainingspartner und Teamkollege, konnte sich wohl nicht mit der Niederlage abfinden und legte wegen der Bootsberührung am Start des letzten Rennens Protest bei der internationalen Jury der Wettfahrtleitung ein. Denn selbst wenn er den Protest verlieren würde, bliebe er, im Gegensatz zu mir, auf dem 2. Gesamtrang. Ich legte sogleich Gegenprotest ein. Obwohl ich mir sicher war, dass nicht ich sondern er einen Regelverstoß begangen hatte, hatte ich es nicht so weit (Protestverhandlung zwischen Team- und Trainingskollegen) kommen lassen wollen.
Sei’s drum. Die Protestverhandlung begann. Fast eine Stunde lang wurden Malte und ich sowie unsere Zeugen des Vorfalls angehört. Kurioserweise kamen seine Zeugen aus seiner Heimatstadt Berlin, meine dagegen aus Rostock. Nachdem schließlich die Jury, die ebenfalls die Situation auf dem Wasser gesehen hatte, befragt wurde, stand die Entscheidung fest. Malte Kamrath hatte mir nicht ausreichend Platz zum Freihalten gegeben und wurde in der letzten Wettfahrt disqualifiziert.
Damit hatte ich die Travemünder Woche nun zum zweiten Mal gewonnen und den Juniorentitel verteidigt. Ein toller Erfolg und ein tolles Gefühl „zu Hause“ für den Heimatverein zu gewinnen.
Euer Simon Grotelüschen